Dr. Kurt Schilde über Erich und Elsbeth Frey:
Bericht an die ausgewanderten Töchter im Jahr 1942

Beginn: Fr., 03.04.2020, 19:00 Uhr

Einlass 30 Minuten vorher

Der blinde jüdische Bankangestellte Erich Frey lebte mit seiner Frau Elsbeth und den Töchtern Liselott und Marie Anne im nationalsozialistischen Berlin. Die Kinder wanderten 1939 nach Großbritannien bzw. in das britische Mandatsgebiet Palästina aus; den Eltern gelang es nicht, ihnen zu folgen. Um die Kinder über das Leben ihrer Eltern zu informieren, verfasste Erich Frey mit Unterstützung seiner Frau im April und Mai 1942 einen zwölfseitigen, eng beschriebenen Bericht. Eine von ursprünglich vier Fassungen ist
nach 1945 an die Töchter gelangt.

Erich Frey arbeitete bis Anfang März 1943 in Otto Weidts Blindenwerkstatt in Berlin-Mitte. Als die Deportation drohte, ging er mit seiner Frau in den Untergrund. Anfang April 1944 wurde das Ehepaar von der Gestapo aufgespürt und nach Theresienstadt verschleppt. Von dort kamen sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo beide ermordet wurden.

Bildergebnis für Erich und Elsbeth Frey"

Der Historiker Kurt Schilde hat den Bericht des Ehepaars Frey ediert und intensiv zu deren
Familiengeschichte geforscht. In seinem Vortrag wird er die wichtigsten Ergebnisse seiner Recherchen vorstellen.

Zu Kurt Schilde:

Kurt Schilde hat vor allem über den Nationalsozialismus und die dazu entwickelte Erinnerungskultur geforscht. Von 1987 bis 1990 war er in Tempelhof wissenschaftlicher Mitarbeiter des Heimatmuseums. Er hat in dieser Zeit u.a. ein Gedenkbuch für die aus Tempelhof stammenden Opfer des Nationalsozialismus erstellt. Anfang der 1990er Jahre war Kurt Schilde eine Zeitlang Pädagogischer Mitarbeiter in der Gedenkstätte »Haus der Wannsee-Konferenz«. Von 1993 bis 1994 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Heimatmuseum des Bezirksamtes Berlin-Tiergarten zum Thema „Überleben von jüdischen Verfolgten im Untergrund in der NS-Zeit“.

1994 promovierte Kurt Schilde im Fach Neuere Geschichte an der TU Berlin mit einer Arbeit über Jugendopposition gegen den Nationalsozialismus. Zwischen 1997 und 1999 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin im Projekt »Rettung von Juden im nationalsozialistischen Deutschland«. Seit 1999 ist Kurt Schilde im Rahmen von verschiedenen Projekten wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen. Seit 2004 ist er Mitarbeiter des Forschungsprojekts »Geschichte der Sozialen Arbeit in Osteuropa (1900–1960)«.

Von 2008 bis 2009 forschte Kurt Schilde mit Förderung durch die Ernst Ludwig Chambré Stiftung zu den Pogromen im November 1938 in Nordhessen. Von 2009 – 2011 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Siegener Universitätsarchiv: Forschungen zur Geschichte der 1972 gegründeten Gesamthochschule Siegen für das 40. Jubiläum im Jahre 2012 sowie Mitarbeit bei der Professionalisierung des Universitätsarchivs. Von 2011 bis 2012 Mitarbeit bei der Stiftung Topographie des Terrors: Vorbereitung der Ausstellung „Berlin 1933 – Der Weg in die Diktatur“. Von 2011 bis 2013 Mitglied des Konzeptteams für die Dauerausstellung „Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße“. Von 2012 bis 2013 Mit-Kurator der Sonderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand „Warum schweigt die Welt?“ / „Why ist the world still silent?“. Häftlinge im Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus 1933 bis 1936 / Prisoners in Berlin’s Columbia-Haus Concentration Camp, 1933 to 1936. Seit 2013 Mitarbeit bei der neuen Daueraustellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Bei uns geht es auch musikalisch zu, wenn kein Konzert stattfindet. Zu Beginn singen wir meistens ein Lied, das der Gast bzw. Referent ausgesucht hat. Zum Schluss wird das Buffet eröffnet, zu dem wir Sie schon jetzt herzlich einladen.

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