Aufgewachsen in den 40er und 50er Jahren:
Gudrun Küsel über die Jugendzeit im Westteil Berlins

Beginn: Fr., 01.07.2016, 20:00 Uhr

IEinlass 30 Minuten vorher

Kindheit und Jugend in der Kriegs-und Nachkriegszeit und in den 50ern waren etwas Besonderes. Und im Westteil der Stadt sogar etwas Einzigartiges. Grund genug, Zeitzeugen darüber zu befragen, Dokumente aus Privatarchiven zu kramen und ein buntes, pfiffiges Buch daraus zu machen. Gudrun Küsel hat das getan und liest daraus vor.

Cover Westberlin Febr. 2016 - KopieAus dem Klappentext: „Können „Kriegskinder“ fröhlich sein? Und ob! Kinder haben immer ein Fuß im Paradies. Nur das wussten wir damals nicht. Im Berlin der Kriegs- und Nachkriegszeit. „Was wird morgen sein?“ fragten unsere Eltern. Oder auch nur: „Was werden wir morgen essen?“ Wir Kinder aber spielten zwischen den Ruinen der Nazi-Barbarei und fanden unser Leben aufregend und schön. Nur die Erinnerung tat weh. Als wir älter geworden waren und das Vergangene zu verstehen lernten. In den fünfziger Jahren wurden wir selbstbewusste „West-Berliner“. Wir besuchten Jazzkeller, lasen Hemingway und liebten unsere Kinos. Wir fühlten uns in unserer halben Stadt als Weltbürger und doch zu Hause.“

Aus dem Vorwort von Eberhard Diepgen: „Keine Angst. Gudrun Küsel führt den Leser nicht in die Tiefen der politischen und rechtlichen Lage der Viersektorenstadt. … Bei der Lektüre wurden bei mir viele Bilder eigener Erfahrungen wieder wach. Die Rückkehr meiner aus Berlin evakuierten Familie aus dem sächsischen Klingenthal in die zerstörte Heimatstadt, das Sammeln von jungen Brennnesseln am Bahndamm an der Wollankstraße für einen Salat am Mittagstisch und auch der Kaninchenstall auf Opas Balkon. Das alles hat meine Generation mehr geprägt, als es uns allen heute bewusst ist. Ich kann Lebensmittel nicht wegwerfen, Essen nicht einfach stehen und in den Abfall wandern lassen. … Der Blick in die Normalität vor sechzig Jahren kann Bodenhaftung bewirken. …“

Zur Person: Gudrun Küsel wuchs im Nachkriegs-Berlin auf. Sie studierte Volkswirtschaft und Politologie und war Lehrbeauftragte an der FU und TU Berlin. Als Journalistin arbeitete sie für den Stern, Berliner Morgenpost, Welt am Sonntag, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Wiener Tagebuch, n.tv, Radio Juive (Paris), RIAS Berlin u.a. Sie schrieb Sachbücher über politische und kulturhistorische Themen, Krimi-Shortstorys und Drehbücher.

Wir laden Sie zu einem Begrüßungsgetränk und später zu einem Imbiss am Buffet ein. Die Speisen und Getränke sind im Eintrittspreis enthalten. Bitte anmelden.

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